DIAGONALE, Festival des Österreichischen Films

Auf der Diagonale 2017 wurden die Preise des Verbandes Österreichischer SounddesignerInnen für das beste Sounddesign in den Sparten Spiel- und Dokumentarfilm von der VOESD-Obfrau Veronika Hlawatsch überreicht. Während Peter Kutin und Florian Kindlinger

die Ehrung persönlich entgegennehmen konnten, wurde Nahuel Palenque von Lukas Rinner, dem Regiseur von "Der Liebhaberin", vertreten. Wir freuen uns außerdem die  Prismafilm zum zweiten Mal als großzügigen renommierten Sponsor gefunden zu haben. Dadurch konnten die Preise mit jeweils € 1.500, sowie einer Preisskulptur in Gestalt eines zur Geräuscherzeugung einsetzbaren Klangfrosches ausgestattet werden. Vielen Dank!

 

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Der Diagonale-Preis des Verbandes Österreichischer Sounddesigner/innen in der Höhe von € 1.500, gestiftet von PRISMA FILM für das beste Sounddesign eines Spielfilms ging an den Argentinier Nahuel Palenque für Die Liebhaberin

„Partygeräusche vom benachbarten Grundstück; Stöhnen aus den anderen Zimmern des Stundenhotels; ein Tennismatch, das man mehr hört als sieht. In Die Liebhaberin erinnert uns der überdeutlich akzentuierte Ton aus dem Off immer wieder daran, dass jenseits des Filmbildes Verheißungen liegen, die wir und die Protagonistin des Films meist nicht zu sehen bekommen. Mal mit komischem Effekt, mal als Katalysator der Erzählung ist das Sounddesign deshalb immer auch ganz nah beim thematischen Kern des Films: der Beschreibung einer segregierten Gesellschaft, in der die einzelnen Teile kaum miteinander kommunizieren.“






Der Diagonale-Preis des Verbandes Österreichischer Sounddesigner/innen für das beste Sounddesign eines Dokumentarfilms ging an Peter Kutin und Florian Kindlinger für Homo Sapiens

Die Begründung der Jury:

„Sounddesign soll eine Welt erzeugen, eine Welt, die wir nicht sehen können, aber hören und durch das Hören dann auch fühlen. Eine Welt, die es nicht gibt. Homo Sapiens erzeugt genau diese Welt, die es noch nicht gibt, eine Welt, wie sie vielleicht aussehen kann, wenn es keine Menschen mehr gibt. Das Sounddesign hat hier den Ton ebenso klar und weit wie die Bilder gemacht, hat Hundebellen, Motorräder und Straßenbahnen in die Endlichkeit geschickt und dafür Vogelgeräusche und Urwaldblätter zum Leben erweckt. Was wir hören, ist ein naturalistisches und zugleich höchst artifizielles Geflecht aus Tönen und Geräuschen, die den Rhythmus und die Dramaturgie des Films mitbestimmen. Auch wenn wir es nicht sehen, wir können es fühlen.”



 


Statement des Verbandes Österreichischer Sounddesigner

Wenn es gilt, das beste Sounddesign auszuzeichnen, dann geht es weniger um Ton, als um Film, denn Sounddesign ist unserem Veständnis nach Film-Erzählen mit den Mitteln des Tons.

Wie ungeheuer wichtig der Ton für das Erleben eines Filmes ist, muss man ja heute nicht mehr extra betonen. Längst haben die heimischen FilmemacherInnen das Potential dieser Erzählebene erkannt und künstlerisch, dramaturgisch zu nutzen gelernt. Ihre wichtigsten Partner in dieser zumeist letzten kreativen Phase der Filmherstellung sind die ToncutterInnen, die in wochenlanger Kleinarbeit aus tausenden von Klängen und Tonschnipseln das akustische Universum eines Filmes entsehen lassen und die Welt auf der Leinwand mit geräuschvollem Leben füllen. Ihre Arbeit zu würdigen und der Öffentlichkeit näher zu bringen war der Grund diesen Preis ins Leben zu rufen.

Darüber hinaus würden wir uns natürlich wünschen, dass dieser Preis auch unter Filmschaffenden anderer Sparten als Impuls wahrgenommen wird, sich vielleicht noch intensiver mit den Möglichkeiten der Tongestaltung auseinander zu setzen - und ebenso mit den Erfordernissen die es braucht um diese Möglichkeiten auszuschöpfen. Gutes Sounddesign zahlt sich aus. Das zeigen mit Sicherheit bald unsere Preisträger. Wir wünschen der Jury, allen unseren Kollegen und dem Publikum eine spannende und bereichernde Auseinandersetzung und bedanken uns bei unserem Sponsor PRISMAFILM und der DIAGONALE , die diesen Preis ermöglicht haben.